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--- Aus der Forschung ---
Netzwerkprojekt »Optische Technologien in der Photodynamik« gestartet
Die Strategische Partnerschaft Sensorik e.V. (SPS) hat vom Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie (BMWi) offiziell die Förderzusage erhalten, das im Rahmen des „Zentralen Innovations-
programms Mittelstand“ (ZIM) geförderte Netzwerkprojekt „Optische Technologien in der Photodyna-
mik (OTPD)“ zu starten. Damit übernimmt die Strategische Partnerschaft Sensorik e.V., die auch das
Clustermanagement Sensorik im Zuge der Cluster-Offensive des Freistaats Bayern von Regensburg
aus betreut, eine weitere interessante Netzwerkaufgabe in einem innovativen und zukunftsträchtigen
Technologiefeld mit einem internationalen Alleinstellungsmerkmal.
Das Sensorik-Netzwerk Strategische Partnerschaft Sensorik e.V. sieht in der Photodynamik, die vor rund 100
Jahren in Bayern entwickelt wurde, hohe Kompetenz verschiedenster Unternehmen und wissenschaftlicher Ein-
richtungen auf diesem Gebiet. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Photodynamik? Zentraler Me-
chanismus in der Photodynamik ist die Absorption von Licht in Farbstoffmolekülen (Photosensibilisatoren) und
die daraufhin ablaufenden drei wichtigen Prozesse. Das absorbierte Licht wird im Photosensibilisator entweder
in Hitze umgewandelt oder kann wieder als Fluoreszenzlicht abgegeben werden. Im dritten Prozess kann ein
Teil der absorbierten Lichtenergie auf Sauerstoffmoleküle übertragen werden, wodurch sich reaktive Sauerstoff-
spezies bilden. Welcher der drei Prozesse dominiert, kann durch die Wahl des Photosensibilisators und die
Lichtdosimetrie gesteuert werden. Die erzeugte Hitze wird unter anderem in der Lasermedizin zur gezielten
Zerstörung von Strukturen im menschlichen Gewebe genutzt (Photothermik). Die Fluoreszenz kann für die
Tumordetektion (Photodiagnostik) oder als Indikator zum Nachweis von Gasen wie Sauerstoff eingesetzt
werden (Photosensorik). Mittels der erzeugten reaktiven Sauerstoffspezies werden Tumorzellen oder Mikro-
organismen zerstört (Phototherapie).
Bislang werden photodynamische Verfahren hauptsächlich in der Biologie und Medizin eingesetzt. Doch die
Potenziale für weitere Anwendungsbereiche sind vielseitig mit erheblichem Potenzial für die beteiligten Un-
ternehmen, wie SPS-Geschäftsführer Dr. Hubert Steigerwald betont. OTPD-Mitinitiator Prof. Dr. Wolfgang
Bäumler spricht von Marktpotenzialen beispielsweise bei der präzisen Zerstörung von Zielstrukturen im Ge-
webe von 200 Millionen US-Dollar oder bei der Desinfektion von bestimmten Keimen (MRSA) von 500 Millio-
nen Euro jährlich alleine in Deutschland.
Um aus den bestehenden Kompetenzen einen nachhaltigen Mehrwert zu generieren und neue Anwendungs-
felder identifizieren zu können, muss eine engere Zusammenarbeit und Vernetzung von Forschungseinrich-
tungen, Unternehmen, Anwendern und Dienstleistern erfolgen. Deshalb wurde von der SPS die Gründung
eines neuen Kompetenznetzwerkes angestrebt. Diese Vernetzung trage auch zur häufig geforderten inter-
disziplinären Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie sowie zur Profilbildung seiner Univer-
sität bei, erklärt Prof. Dr. Gottfried Schmalz, Leiter der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie an
der Universität Regensburg.
Für den 01. Juli 2009 hat das BMWi offiziell die Förderzusage erteilt, das Netzwerkprojekt „Optische Tech-
nologien in der Photodynamik (OTPD)“ zu starten. Zum offiziellen Start des OTPD-Netzwerkes fand am 17.
September 2009 im BioPark Regensburg eine Kick-off-Veranstaltung statt. Bei dieser Auftaktveranstaltung
feierte das SPS-Team mit seinen Mitgliedern, Partnern und Verantwortlichen aus Politik, Industrie und
Wissenschaft offiziell die Gründung des neuen Netzwerkes und stellte das Netzwerk mit seinen Akteuren
vor.
Das OTPD-Netzwerk stellt ein themenspezifisches Unternetzwerk zur SPS dar und besteht aus weiteren
Mitgliedsfirmen, die für dieses Vorhaben gewonnen werden konnten. Auf diese Weise stärkt das OTPD-
Netzwerk die Sensorik-Kompetenz der SPS in den Bereichen Chemie und Biochemie.
Der OTPD-Netzwerkgründung war eine äußerst erfolgreich verlaufene Bewertung des neuen Netzwerkpro-
jektes durch die zuständige ZIM-Jury des Projektträgers VDI/VDE-IT in Berlin vorangegangen. Dr. Gerd
Wedler vom zuständigen Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH lobte das neue Netzwerk
als „sehr guten Antragsteller“, der die Note eins für seinen Antrag im Juni 2009 erhalten hat. Mit den
beiden Diplom-Physikern, Dr. Harald Braun und Wolfgang Eder, sind bereits zwei Netzwerkmanager
für das Projekt gefunden. Gecoacht wird das neue OTPD-Netzwerkmanagement vom SPS-Team um
Geschäftsführer Dr. Steigerwald, das bereits auf eine mehrjährige Erfahrung im Aufbau von Netzwerk-
strukturen zurückgreifen kann.
Die Aufgabe der beiden OTPD-Netzwerkmanager ist es, zusammen mit dem SPS-Team und den Netz-
werkmitgliedern passgenaue Businesspläne auszuarbeiten, die in erfolgreiche und hochinnovative Tech-
nologie- und Förderprojekte führen. Bereits initiiert werden Projekte beispielsweise zur Inaktivierung
multiresistenter Bakterien im häuslichen oder klinischen Umfeld, zur Fluoreszenzdiagnostik von Tu-
moren sowie zur präzisen und effizienten Zerstörung von Blutgefäßen bei der Behandlung von Gefäß-
fehlbildungen (z.B. Feuermal) und Gefäßveränderungen (z.B. Besenreisern). Durch die enge Koope-
ration mit der Universität Regensburg – speziell der Polikliniken für Dermatologie (Prof. Dr. Landthaler)
sowie für Zahnerhaltung und Parodontologie (Prof. Dr. Schmalz) und dem Institut für Organische Che-
mie (Prof. Dr. König) – sowie weiteren führenden, am Netzwerk beteiligten wissenschaftlichen Einrich-
tungen und kleinen und mittelständischen Unternehmen wird der Wissenschaftsraum Ostbayern weiter
gestärkt.

Die Gründungsmitglieder des neuen Netzwerkes „Optische Technologien in der Photodynamik
(OTPD)“
Foto: SPS
www.otpd-sensorik.de
www.sensorik-bayern.de
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